Programm - 9. Fachtag 2plus - 7. November 2026

Nachfolgend finden Sie die Workshopübersicht. Unter der Tabelle gelangen Sie zum Anmeldeformular.

Workshop 1: Sprachsensibler Elternabend

Betreuungslehrkräfte und Lehrkräfte mit Klassenleiterfunktion haben im Interesse der ihnen anvertrauten Schülerinnen und Schüler eine besondere Verantwortung für ein gutes Miteinander von Elternhaus und Schule zu tragen. Sie sind bei Unklarheiten oder individuellen Entwicklungsproblemen im Sinne der individuellen Förderung des Kindes stets die ersten Ansprechpartner für die Erziehungsberechtigten. Hierfür ist eine unkomplizierte, klare und gut verständliche Kommunikation unverzichtbare Voraussetzung. Wie kann ich die Kommunikation so gestalten, dass auch Eltern mit wenig Sprachkenntnissen und anderer Herkunft mich verstehen und somit Probleme und Missverständnisse von vornherein vermieden werden? Diese Fortbildung gibt Antwort auf diese und weitere Fragen und bietet Ihnen die Möglichkeit, sich mit anderen Kolleginnen und Kollegen zu deren Erfahrungen auszutauschen. Den Teilnehmenden werden Kriterien im mündlichen und schriftlichen Sprachgebrauch mit den Eltern vorgestellt, welche für eine erleichterte Verständigung notwendig sind. Neben sprachlichen Herausforderungen werden auch kulturelle Barrieren beleuchtet.

Angelika Bock
117. Grundschule Dresden
Kompetenzzentrum Sprachliche Bildung

Workshop 2: Sprachsensibler Fachunterricht in der Sekundarstufe I

Der Fokus der Fortbildung liegt darauf, den Lehrkräften Methoden zur Unterrichtsgestaltung an die Hand zu geben, so dass auch Kindern und Jugendlichen mit weniger Sprachkenntnissen das Lernen in der Regelklasse gelingen kann. Dies führt zu einer höheren Motivation und Teilhabe der Schülerinnen und Schüler sowie langfristig gesehen zu einer Erhöhung der Chancengleichheit. Das Seminar gibt einen Einblick, wie Unterricht sprachsensibel aufgebaut werden kann. Anhand zahlreicher Beispiele können die Teilnehmenden mit vielen Ideen und Tipps für die eigene Unterrichtsgestaltung im Hinblick auf ein mehrsprachiges Klassenzimmer aus dem Seminar gehen. Gemeinsam wird sprachsensibles Material erstellt, welches im Nachhinein allen Personen zur Verfügung steht.

Uta Reichel
101. Oberschule Dresden
Kompetenzzentrum Sprachliche Bildung

Workshop 3: Und warum nochmal soll ich bitte Sorbisch lernen?

„Vom Pflichtfach zur Herzenssprache“ – dieser Anspruch scheint für den Sorbischunterricht omnipräsent und doch unerreichbar zu sein. Doch wie kann es gelingen, dass Kinder und Jugendliche Sorbisch nicht nur widerwillig lernen müssen, sondern lernen wollen? In diesem Workshop wollen wir uns mit Motivation für das Lernen einer Minderheitensprache beschäftigen und uns fragen, welche Rolle Unterricht, Sprache aber auch Kultur sowie Identität dabei spielen. Neben einem kurzen Einblick in die Motivationsforschung von uns beiden Studenten stehen vor allem der Austausch und die Reflexion über Ihre Praxiserfahrungen in Kita und Schule im Mittelpunkt. Ziel ist es, gemeinsam Ansätze zu sammeln und zu entwickeln, wie Sorbisch für Lernende als lebendige und bedeutsame Sprache erfahrbar werden kann.

Sophia Bresan
Jonas Petasch
Studenten des Instituts für Sorabistik der Universität Leipzig

Workshop 4: Die Rolle der Umgangssprache im Sorbischunterricht

Im Workshop werden in einer kurzen Präsentation einige Haupteigenschaften der Umgangssprache und damit verbundene Schwierigkeiten der Schülerinnen und Schüler im schriftsprachlichen Sorbisch vorgestellt. Im Rahmen des Workshops wollen wir die Erfahrungen der Lehrkräfte zu diesem Thema sammeln und darüber diskutieren, wie Sorbisch als Umgangssprache in den Lehrplan einbezogen und wie methodisch-didaktisch mit dessen Einfluss auf die Anwendung des Schriftsprachsorbisch im Unterricht umgegangen werden kann. Ebenfalls soll thematisiert werden, wie Schülerinnen und Schüler für die Reflexion über Sprache mit ihren verschiedenen Varianten, Normen und Stilen sensibilisiert werden können.

Dr. Lenka Scholze
Dr. Jana Schulz
Lydia Mattick
Sorbisches Institut Bautzen

Workshop 5: Jugendstudie zu Lebenswelten und Werteverständnissen sorbisch- und deutschsprachiger Schülerinnen und Schüler im sorbischen Siedlungsgebiet des Freistaates Sachsen

Im Workshop wird der aktuelle Stand der Befragungen zur „Jugendstudie zum Konzept 2plus“ zu den Lebenswelten und Werteverständnissen sorbisch- und deutschsprachiger Schülerinnen und Schüler im sorbischen Siedlungsgebiet Sachsens vorgestellt. Gemeinsam wollen wir im Workshop diskutieren, welche Handlungsableitungen sich daraus für die Weiterentwicklung einer demokratischen Schulkultur an den 2plus-Schulen ergeben könnten.

Prof. Dr. Jonas Flöter
Lara Isecke
Universität Leipzig

Workshop 6: Unterrichtsvorbereitung mit Affinity erleichtern

Die Bearbeitung von PDFs mit dem Programm Affinity (für Lehrer kostenlos) wird im Workshop vorgestellt und an Beispielen gemeinsam geübt. Im Internet und insbesondere auf der Onlineplattform TaskCards finden Lehrkräfte für nahezu alle Unterrichtsfächer Arbeitsblätter, die allerdings meist als PDF gespeichert und oft nicht sorbisch verfasst sind. Mit Affinity sind Übersetzung und Bearbeitung solcher Arbeitsblätter möglich (Download Affinity für Lehrkräfte | Registrierung Canva für Schulen).

Eine Auswahl an Arbeitsblättern wird im Workshop zur Verfügung gestellt. Gern können Lehrkräfte selbst ausgewählte Beispiele in digitaler Form mitbringen und unter Anleitung bearbeiten.

Dr. Beate Brězan
Leiterin des WITAJ-Sprachzentrums

Thomas Scholze
Sachbearbeiter für Sprachmarketing und IT-Management im WITAJ-Sprachzentrum

Workshop 7: Mit Regeln und Ritualen Unterrichtsstörungen präventiv vorbeugen

Das eigentliche Potential für die Reduktion von Störverhalten liegt nicht im Umgang mit Störungen, sondern im präventiven und proaktiven Bereich. Dabei ist vor allem unsere Haltung gefragt. Im Workshop werden die Teilnehmer zunächst ausgehend von konkreten eigenen Beispielen für einen ganzheitlichen Blick auf vermeintliche Unterrichtsstörungen sensibilisiert, um darauf aufbauend Lösungsansätze insbesondere durch das Etablieren von Regeln und Ritualen zu entwickeln.

Robert Mintchev Lehrerausbildungsstätte Dresden

Workshop 8: Aufklärung und Begleitung im Umgang mit ChatGPT, Deepfakes und virtuellen Avataren
(*Ausgezeichnet mit dem 1. Preis beim „Innovationspreis Weiterbildung Sachsen 2025” des SMK.)

In diesem interaktiven Workshop erhalten Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte und Schulleitungen einen Einblick in die Welt und die Funktionsweise generativer künstlicher Intelligenz, wie sie mit ChatGPT, Chatbots und Co. für Kinder und Jugendliche zum Alltag geworden ist. Wie können Lehrkräfte ihre Schülerinnen und Schüler über die Chancen und Grenzen von KI, Deepfakes und Chatbots aufklären? Wie vermitteln wir über die Technik hinaus, welche ethischen und umwelttechnischen Fragen beim Einsatz von KI eine Rolle spielen sollten? Wie zeigen wir, dass KI nicht neutral ist, und was bedeutet KI für die Arbeitswelt von morgen? An diesen Punkten setzen wir mit praktischen Methoden für den Schulbereich an.

Marcel Burghardt 
Social Web macht Schule

Workshop 9: Unterricht mit Zukunft: Vielfalt managen, Potenziele entfalten.
Der Workshop stellt die Pädagogische Werkstatt - Lernen der Robert- Bosch- Stiftung vor, die Lehrkräfte dabei unterstützt, ihren Unterricht zeitgemäß und schülerzentriert weiterzuentwickeln. Im Fokus dabei steht die Gestaltung von Lernumgebungen, die sowohl individuelles Potenzial entfalten als auch kollaboratives Lernen im Team stärken. Das Format begleitet Sie intensiv bei der Entwicklung neuer Rollenbilder hin zur professionellen Lernbegleitung und zeitgemäßen Leistungsbeurteilung. Inhalte der Werkstatt stehen im Mittelpunkt des Workshops.

Ina Bretschneider
Richard-von-Schlieben Oberschule Zittau
Trainerin in der Pädagogischen Werkstatt-Lernen

Ingo Brebach
Oberschule „Geschwister Scholl“ Freital-Hainsberg

Anmeldung

Das Anmeldeformular für den Fachtag 2plus 2026 finden Sie hier. Der Fachtag wird für die Lehrkräfte als Dienstveranstaltung mit überwiegend fortbildendem Inhalt anerkannt. Es ist ein schriftlicher Dienstreiseantrag zu stellen. Für Teilnehmer, die in keinem Dienstverhältnis mit dem Freistaat Sachsen stehen, ist eine Kostenerstattung über das Landesamt für Schule und Bildung nicht möglich.

 

Kontakt

Der Fachtag 2plus ist eine Veranstaltung des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus und des Landesamtes für Schule und Bildung in Kooperation mit dem WITAJ-Sprachzentrum Bautzen. Bei Fragen wenden Sie sich bitten an Herrn Simon Paulik unter simon.paulik@lasub.smk.sachsen.de.


Bild- und Filmaufnahmen

Bei der Veranstaltung werden Bild- und Filmaufnahmen gemacht. Falls Sie nicht möchten, dass Dokumente veröffentlicht werden, auf denen Sie persönlich zu erkennen sind, teilen Sie das dem Veranstalter bitte im Vorfeld unter: simon.paulik@lasub.smk.sachsen.de mit.